DIALOG Ausgabe 71 - GET THINGS DONE

Experte:    Sebastian Diers, Managing Director, EFESO DACH   |   24.03.2025   |   Teilen auf in

Die Kunst, Ideen ins Ziel zu bringen

Unternehmerisches Handeln ist im Kern schöpferisch und kreativ und beginnt mit einer strategischen Vision. Doch messen lassen muss es sich an der Umsetzung. Großartige Ideen können erst dann einen Unterschied machen, wenn sie in die Praxis überführt werden. Die westlichen Industrienationen verdanken ihren Wohlstand dem Zusammenwirken von vier Faktoren – der geistigen Freiheit und der Bereitschaft, Neues zu entwickeln, den kulturellen und institutionellen Rahmenbedingungen, um es zuzulassen und zu fördern, der Fähigkeit, das Neue effektiv und effizient in Produkte und Strukturen zu gießen, und dem politischen Geschick, es global durch- zusetzen. In den zwei an Disruptionen nicht armen Jahrhunderten seit dem Beginn der industriellen Revolution konnten wir uns auf die Beständigkeit dieser Superpower verlassen. Und können es noch heute.

Allerdings bekommt das Bild zusehends Risse. Europa ist zwar immer noch forschungsstark und kreativ und bei der Zahl der Patentanmeldungen pro Kopf, der Innovationsintensität, werden die europäischen Innovationskerne nach wie vor lediglich von Japan und Südkorea übertroffen. Doch der Trend ist besorgniserregend. Erhebungen der OECD zeigen, dass die Innovationsintensität in Europa seit einigen Jahren beständig sinkt, während der Abstand zu Japan und den USA größer wird.

Gleichzeitig sind europäische Unternehmen mit einer eskalierenden Komplexität konfrontiert. Strukturell zeigt sich diese in vielfältigen Ressourcenabhängigkeiten, fragilen Lieferketten, hohen Abgabenlasten, einer sich verselbstständigenden Regulierung, maroder Infrastruktur und ungünstigen Finanzierungsbedingungen. Gesellschaftlich und politisch hat sich Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten eher auf kulturelle Grabenkämpfe und Verteilungsdiskurse konzentriert als darauf, seine Leistungsfähigkeit zu steigern und seine Rolle als global konkurrenzfähiger, autarker Akteur in einer zunehmend ungemütlichen und dynamischen Welt zu definieren.

Die produzierende Industrie segelt heute gegen diesen starken Wind, um sich an veränderte Marktbedingungen und technologische Disruptionen anzupassen. Die große Herausforderung liegt darin, in einem engen Zeitfenster mehrere Transformationsprozesse parallel in kürzester Zeit zu bewältigen, von denen in der Vergangenheit schon einer allein eine ganze Organisation über lange Zeit beschäftigt hat. Das bedeutet, großartige Ideen zu entwickeln, sie mit den richtigen Zielen zu verbinden, Menschen für den Weg zu begeistern sowie Geschäftsmodelle, Prozesse, Strukturen, den Einsatz von Technologie, Führungsansätze und neue Produkte effektiv und effizient auf die Straße zu bringen.

Genau das ist die Kunst des „Get things done“. In dieser Ausgabe des DIALOG haben wir unterschiedliche Aspekte dieser Kunst beleuchtet und nach Erfolgsfaktoren gefragt, die Unternehmen dabei helfen, ihre Innovationsstärke, operative Schlagkraft und Umsetzungsfähigkeit zu steigern.

DIALOG #71 downloaden


GET THINGS DONE.

Die Kunst, Ideen ins Ziel zu bringen

 

DIALOG #71 JETZT LESEN